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Herzlich willkommen auf der offiziellen Homepage des "Internationalen Lion Feuchtwanger-Jahres" (7.7.2008 bis 7.7.2009)!
Diese Homepage versorgt Sie kontinuierlich mit Daten, Fakten und Pressetexten rund um Lion Feuchtwanger.
Für Zulieferungen sind wir jederzeit dankbar!
Zwischen dem Autor der Biographie Ferdinand Marians, Friedrich Knilli, und dem Regisseur des auf der Berlinale 2010 vorgestellten Marian-Films, Oskar Roehler, ist ein Streit um die geschichtliche Wahrheit entbrannt.
Das Redaktionsteam um Friedrich Knilli und Marduk Buscher hat diese Homepage in den letzten anderthalb Jahren ehrenamtlich aufgebaut und betreut.
Nach Abschluß des Internationalen Lion Feuchtwanger-Jahres ist eine Weiterführung nur möglich, wenn sich interessierte Institutionen und Personen an einer künftigen Finanzierung beteiligen.
Als institutioneller Rahmen ist an die Gründung einer Stiftung gedacht, welche künftig das Portal betreut. Hierfür sucht das Redaktionsteam "Anstifter", die bereit sind, eine Anschubsfinanzierung zu leisten.
Vertraulich behandelte Angebote an
Dr. Marduk Buscher wären sehr erwünscht!
Warum Lion Feuchtwanger nicht den Nobelpreis erhielt.
Einem Vorschlag von Bürgermeister Alexander Uhlig, den Lion-Feuchtwanger-Ring als Allee vorzusehen, wurde am 23.9.2009 entsprochen.
Governeur Crist hatte sich - fahrlässig, unwissentlich oder absichtlich - vor den Karren einer rassistischen Gruppierung in den USA spannen lassen und empfohlen, den antisemitischen Hetzfilm "Jud Süß" allen Bürgern Floridas zugänglich zu machen (
siehe Originalbericht).
Daraufhin sandte ihm Rufus Diamant, Groß-Neffe Lion Feuchtwangers, einen
Offenen Brief.
http://www.laks-bw.de/News_Detail.asp?Aktuell_ID=248
International wird des bedeutenden deutschen Exil-Schriftsteller gedacht.
In Berlin findet das dort ausgerufene Internationale Lion Feuchtwanger-Jahr mit einer
Finissage zum Ende der Feuchtwanger-Ausstellung in der Bibliothek der TU seinen Ausklang.
Das Aufrechterhalten der internationalen Korrespondenzen zum Thema Feuchtwanger, die angestrebte
Umbenennung einer Berliner Schule, sowie die Gründung einer Stiftung und die Herausgabe eines Sammelbandes zum Thema werden aber auch zukünftig Aufgaben sein, welche das Projektteam vorantreibt, und über deren Fortschritt diese Website weiterhin informieren wird.
Der 'Bund' schreibt über den Zusammenhang zwischen Lion Feuchtwanger und Veit Harlan.
Im Rahmen eines Rundschreibens an alle Berliner Schulen vom 10. Juni 2009 hat die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf den bevorstehenden 125. Geburttstag Lion Feuchtwangers am 7. Juli 2009 hingewiesen und auf verschiedene Aktivitäten hingewiesen, die auch in unserem Kalender aufzufinden sind.
Darüber hinaus werden Lehrer, Schüler und Eltern angeregt darüber nachzudenken, "Lion Feuchtwanger zum Namenspatron Ihrer (...) Schule zu machen".
Ein Vorstoß, den wir nur bekräftigen können!
Harlan - Im Schatten von Jud Süß
ein Film von Felix Moeller
D 2008, 100 Minuten
Bundesstart: 23. April 2009
Im Verleih der Edition Salzgeber
Schade! Felix Moeller hat die einzigartige Chance, alle Harlans beieinander zu haben, vertan. ...
Sehr geehrter Herr Roehler,
wussten Sie, dass Feuchtwangers „Süß“ von Harlan buchstäblich ausgeschlachtet wurde?
Sehr geehrter Herr Roehler,
kennen Sie die Filmskizze „Jew Suss“ von Ihrem genialen Kollegen Fritz Kortner? ...
Erinnerungen von Marta Feuchtwanger an Lion Feuchtwangers Beerdigung:
Aus Marta's Oral History:
WESCHLER 'where was his funeral?'
MARTA FEUCHTWANGER 'It was here in Santa Monica. Woodlawn. Heinrich Mann was buried there--his grave was right beside Heinrich Mann; they had also the same tomstone--and Mrs. Heinrich Mann. And the mother of Salka Viertel [Augusta Steuermann] was buried there. There was a service. There is a little church; only from outside does it look like a church. And [Jakob] Gimpel arranged that his brother [Bronislaw] who was a violinist and had a quartet with two other violinists and a cello ([George] Neikrug was the cellist)--they played Mozart. There were many, many people, and some had to stay outside. It was good that it was good weather: it was in winter, December, but they could stay outside. So many people were there that the whole street was full of people. And people we never knew about came, also from Jewish associations, Yiddish associations, and all wanted to speak at least a few words. But since my husband was not a religious person, what you probably remember, so I asked our friend Dr. Max Nussbaum to speak some words if he wants, but not as a rabbi, not in his robe. And he came and spoke beautifully. And then there was Mr. [Stephen] Fritschman, the head of the Unitarians, who spoke beautifully, too. So, that was this: those people whom he liked very much could speak what he wanted them to speak about him.'
Fotos und Text mit freundlicher Genehmigung von
Michaela Ullmann, Feuchtwanger Curator
University of Southern California, Special Collections
Doheny Memorial Library 230, 3550 Trousdale Parkway
Los Angeles, CA 90089-0189
E-mail: ullmann[at]usc.edu
Tel: (001) 213.740.8185
Fax: (001) 213.740.2343
© The Associated Press GmbH • Thomas Rietig • mit freundlicher Genehmigung
Ein populärer Autor der Weimarer Zeit rückt wieder ins Rampenlicht
Berlin (AP) Wer lieferte die Vorlage für den antisemitischen Hetzfilm "Jud Süß" der NS-Kulturindustrie von 1941? Mehr als sechs Jahrzehnte nach Krieg und Holocaust ist die Frage immer noch umstritten. In diesen Tagen erhält sie in Berlin wieder neue Nahrung: Pünktlich zum Doppeljubiläum - 50. Todestag (21. Dezember 2008) und 125. Geburtstag (7. Juli 2009) - Lion Feuchtwangers rückt einer der meistgelesenen Schriftsteller der Weimarer Zeit wieder ins Licht der Öffentlichkeit.
"Feuchtwanger relaunched" nennt der Berliner Germanist Friedrich Knilli, der sich seit Jahrzehnten mit dem Exilautor befasst, das neu erwachte Interesse. Er führt gerne einen Satz Thomas Manns an, der Feuchtwanger (nach sich selbst, natürlich) zum Maßstab literarischer Qualität machte: "Das höchste Lob, das Einer ernten konnte, war: 'It's nearly like Feuchtwanger!'"
Vorwurf des Salonbolschewismus
In der Literaturwissenschaft wird Feuchtwanger gleichwohl sein Salonbolschewismus angekreidet - er ließ sich unter anderem mit dem tyrannischen sowjetischen Diktator Josef Stalin fotografieren und war bekennender Kommunist. Am 21. Dezember 1958 starb er wohlhabend 74-jährig in Kalifornien, wohin ihn die Wirren des Exils verschlagen hatten.
Der Sohn eines jüdischen Münchner Margarinefabrikanten schrieb 1925 den historischen Roman "Jud Süß" nach einer Begebenheit aus dem 18. Jahrhundert. Hundert Jahre zuvor hatte schon Wilhelm Hauff eine heute unter "Märchen" eingeordnete Erzählung gleichen Titels verfasst, die als antisemitisch gilt.
Es geht um Aufstieg und Fall des Hofjuden Josef Süß Oppenheimer (1692-1738) in den Diensten des württembergischen Herzogs Wilhelm Alexander. Der Herzog machte sich unbeliebt durch scharfe Steuerpolitik, inspiriert durch seinen Berater Oppenheimer. Nach dem Tod des Herrschers wurde Oppenheimer der Prozess gemacht, und er wurde hingerichtet. "Mit seinem Roman fragte Feuchtwanger nach Möglichkeiten einer Assimilierung von Juden in Deutschland." Die Verfilmung "veränderte dagegen die historischen Tatsachen im antisemitischen Sinn", heißt es in der Würdigung von Film und Buch auf der Internetseite des Deutschen Historischen Museums.
"Künstlerisch besonders wertvoll"
Die bemerkenswerte Konstellation, dass ein Jude und bekennender Linker, wenn auch unfreiwillig, eine Vorlage zu einem antisemitischen Hetzfilm liefert, wird in der Wissenschaft teilweise bestritten, meist aber vertreten. Auch Feuchtwanger selbst war dieser Überzeugung. Der Film erhielt unter anderem das Prädikat "Künstlerisch besonders wertvoll" und fand bei den Filmfestspielen in Venedig - im damals faschistischen und mit NS-Deutschland verbrüderten Italien - ebenso wie im Herkunftsland ein begeistertes Publikum.
Im "Großdeutschen Reich" wurde er auch oft in den besetzten Ostgebieten gezeigt, um Deportationen oder Pogrome vorzubereiten. Es agiert die Crème der regimetreuen oder -gleichgültigen deutschen Schauspieler - Heinrich George und in der Titelrolle Ferdinand Marian. Die Ehefrau des Regisseurs Veit Harlan, Kristina Söderbaum, spielt eine Geliebte des Jud Süß, die ins Wasser geht. Das festigte ihren Spitznamen "Reichswasserleiche" nachhaltig.
In der Bundesrepublik ist der Streifen de facto indiziert. Die Rechte hat die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, die ihn nur zur Vorführung freigibt, wenn diese von einer kritischen Einführung begleitet ist. Marian beging 1946 Selbstmord. Harlans Karriere war mit dem Zusammenbruch des NS-Regimes auch ohne Verurteilung beendet.
Eine neuerliche Verfilmung des Sujets mit wissenschaftlich haltbarem Plot ist bisher trotz mehrerer Versuche nicht gelungen. Möglicherweise kann dies als Beispiel dafür dienen, dass bestimmte Darstellungsformen und Themen tatsächlich nicht mehr möglich sind, frei nach Theodor W. Adornos Verdikt (1951): "Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch." Knilli sieht es jedenfalls so.
Sympathie für den Teufel
Immerhin wird die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte von "Jud Süß" im kommenden Jahr Thema eines Films werden: "Sympathy for The Devil" nach dem berühmten Rolling-Stones-Hit soll er heißen. Regie führt Oskar Roehler, das Drehbuch schrieb Klaus Richter nach der Biographie "Ich war Jud Süß. Die Geschichte des Filmstars Ferdinand Marian" von Knilli. Hauptdarsteller: neben anderen Tobias Moretti, Martina Gedeck und Armin Rohde.
Der Berliner Germanist schildert, wie sich Propagandaminister Joseph Goebbels und andere NS-Größen direkt in die Auswahl der Schauspieler und die Gestaltung von Drehbuch und Film einmischten, sie teils gegen ihre Weigerung zur Teilnahme nötigten und wie es Marian nach dem Krieg erging. Feuchtwanger selbst war nachdrücklich der Überzeugung, dass er die Vorlage für den Film geliefert hat, und beschwerte sich 1951 bei seinem Verlag, dem Berliner Aufbau-Verlag (damals DDR), "dass der Roman, den die Hitler-Leute so greulich entstellt haben, von den Deutschen in seiner wirklichen Form nicht gelesen werden kann." Nun kann er wieder. "Jud Süß" ist gerade als Taschenbuch erschienen.
Schlüsselroman über München
Feuchtwangers Werk auf "Jud Süß" zu reduzieren, wäre aber falsch. Aufschlussreich für die Mentalitätenvielfalt der verfolgten Minderheit ist die Trilogie "Im Wartesaal", ebenfalls ein erfolgreiches Werk der frühen 30er Jahre. Der erste Band, "Erfolg", schildert als Schlüsselroman das München der Weimarer Republik. Es geht um das Bestreben der Nazis, sich zunächst die Macht auf der Straße und in der Gesellschaft zu sichern, bevor sie an die Eroberung des Parlaments und schließlich der Regierung gehen. In "Die Geschwister Oppermann" geht es um die Vertreibung und Enteignung eines jüdischen Möbelfabrikanten in Berlin bis hin zur sogenannten Arisierung des Betriebes.
Der Fernsehsender 3sat begann am Mittwoch, dem 17.12.2008 mit einem Literaturschwerpunkt zu Lion Feuchtwanger. Den Anfang macht eine Dokumentation "Feuchtwanger lebt!" Es folgt der erste Teil der "Geschwister Oppermann". Der zweite folgte am Donnerstag; weitere Sendungen folgen am Wochenende und vom 7. bis 9. Januar 2009.
http://www.lion-feuchtwanger.de
http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kunst/judsuess/
FFF Bayern fördert mit 350.000 Euro die Verfilmung der Biographie „Ich war Jud Süß. Die Geschichte des Filmstars Ferdinand Marian“ von Friedrich Knilli.
Natürlich kann es nicht genug Literaturpreise geben, die nach Thomas Mann benannt sind. Denn erst mit deren Vervielfältigung würde unterstrichen, dass sich niemand mit ihm vergleichen kann. Wenn erst einmal alle seine Lebensorte ihren eigenen Preis gestiftet haben, vorausgesetzt man vergisst dabei nicht die Exilstationen Sanary-sur-Mer und Los Angeles, wird es allerdings schwerer, die Preisträger voneinander zu unterscheiden, vor allem, wenn sie die Thomas-Mann-Preise mehrerer Städte erhalten haben.
Zwar könnte man die Anzahl der Städte auf Namen mit "ü" beschränken, so dass immerhin noch Zürich und Küsnacht zu Lübeck und München hinzukämen. Diese beiden streiten ja mittlerweile über ihre Thomas-Mann-Preise, nachdem die Bayerische Akademie der Schönen Künste ihren Großen Literaturpreis entsprechend umbenannt hat (WELT v. 7.11.). Andererseits ist es doch traurig, dass die "glücklichste Stadtschöpfung Deutschlands" für ihre Neuschöpfung als Namenspatron nicht jenes Autors gedenkt, der ein Ur-Münchner war und in seiner Heimat zuallererst Erfolg hatte, wenn auch nicht als Warner vor kommendem Unheil: Lion Feuchtwanger.
Zwischen seinem 50. Todestag am 21. Dezember 2008 und seinem 125. Geburtstag am 7. Juli 2009 wäre dieser Schritt ein Zeichen der endgültigen Aussöhnung mit dem Weltautor, der auch nach zweifacher Vertreibung der deutschen Sprache treu blieb. Seine historischen Romane bieten mehr als reine Unterhaltung. Besonders sein Spätwerk ist im Zeitalter des angeblichen Konflikts der Kulturen und Religion von ungebrochener Aktualität. In seinem Namen ausgezeichnet zu werden, wäre Ansporn und Ehre. Ein Lion-Feuchtwanger-Preis wäre das Bekenntnis zu einer großen Tradition und würde auch München ehren und noch liebenswerter machen.
Professionell über Feuchtwanger schreiben. Hier finden Sie brandneue Quellen für spannende Themen. weiter
Nach Motiven des Romans von Lion Feuchtwanger
(Siehe dazu die Matinee am 13. Januar 2010)
Die Bühnenfassung nach dem Roman „Jud Süß“ von Lion Feuchtwanger benutzt das Leben des württembergischen Hofjuden Joseph Süß Oppenheimer...
Matinee (Siehe dazu die Vorstellung am 15. Januar 2010)
Aufführung des Spielfilms „Jud Süß“ von Veit Harlan mit Werner Krauss. Anschließend Diskussion von Ideoliogie und Machart des berüchtigten antisemitischen...
Kulturzentrum „Goldne Sonne“, Fürstenplatz 5, 08289 Schneeberg
weitere Informationen
19.30 Uhr: Kranzniederlegung und Andacht20.00 Uhr: 'Die Feuchtwangers und der 9. November 1938'Referent: Manfred Flügge, Berlin
Quelle
Zur Planung der Veranstaltung waren Friedrich Knilli und die Mitarbeiter des Portals...
Am 23. Oktober (Freitag) findet von 15.00 bis 17.30 Uhr die Jahresversammlung der Gesellschaft für deutsche Sprache statt. Aus diesem Anlass hält Professor Ian Wallace (Bath/England) einen Vortrag in deutscher Sprache über...